Schlafen am Strand

Hiking Boy

Endlich wandern freute ich mich als wir von Tarragona loszogen. Mit Großer Zuversicht wollte ich mindestens vier Stunden wandern an diesem Tag. Fröhlich sangen wir ein Lied und beobachteten die Wellen die krachend auf die Felsen schlugen. Eine erfrischende Abkühlung wenn Sie bis zu uns spritzten. Der Wanderweg führte direkt dem Meer entlang wie ich es mir erwünschte. Nach ungefähr einer Stunde waren wir komplett Nassgeschwitzt. Unsere Füsse brannten fast heisser als die Sonne. Erste Zweifel kamen auf ob es tatsächlich machbar ist, so weit zu laufen mit unserem Gepäck. Nach einer Pause beschlossen wir weiterzugehen. Jason der tapfere Mann setzte schwitzend einen Fuss vor den anderen ohne zu klagen. Um Ihn ein wenig zu ermuntern sprangen wir an einem naheliegenden Strand ins kühle Wasser. Der Küste entlang ging es weiter an angemalten Hauswänden, Schiffen, Vögeln und Menschen vorbei. Viele Leute sprachen uns an, lachten mit uns über unser Gepäck und machten Jason Mut weiterzugehen. In Vilafortuny konnte ich keinen Schritt mehr machen. So viel Wasser wie heute hatte ich noch nicht oft getrunken. Positiver Nebeneffekt. Unsere Rucksäcke warfen wir auf eine Wiesen und legten uns flach daneben. Wir sahen uns in die Augen und lachten laut los. Das hatten wir nicht ganz so geplant. Glücklicherweise ist Jason ein zufriedener kleiner Kerl. Sein Lego Auto das er kurz vor der Abreise geschenkt bekommen hatte lenkten Ihn ab während ich die weiterreise plante.

Wandern der Küste entlang

Die öffentlichen Verkehrsmittel brachten uns bis zum hintersten Strand von LAmpolla. Was ich nicht erwartete waren die vielen Mücken. Kaum setzte man sich hin schwirrten die kleinen Insekten um einem herum und stachen zu wo Sie nur konnten. So viele Mückenstiche in dieser kurzen Zeit hatten wir beide noch nie. Das Zelt war in einigen Minuten aufgestellt und wir schlüpften schnell hinein. Geschützt vor den Mücken schliefen Jason und Ich in wenigen Minuten ein. Zuhause gehe Ich selten so früh zu Bett doch Reisen macht müde. Es war noch dunkel als Ich erwachte. Aus dem Zelt schaute ich in den Sternenhimmel. Hier fühlte ich mich wohl, draußen in der Natur. In diesem Augenblick flog eine Sternschnuppe vorbei. Bei meinem Wunsch musste ich keine Sekunde überlegen. Diese kleinen Dinge erfreuen mich so sehr. Mit den Füssen im Sand sahen wir einen der schönsten Sonnenaufgänge an. Das leuchten in Jasons Augen und seine Freude weil es Ihm gefiel machten mich glücklich. Wie könnte man den Tag besser starten.

Da ich jetzt am eigenen Leib erfahren konnte wie weit man mit großem Gepäck wandern kann wurde nur eine kleine Route geplant. Bis nach LAldea wanderten wir an diesem Tag. Da das herumreisen wirklich langsam anstrengend wurde, beschloss ich uns eine Unterkunft für einige Tage zu suchen. Gemeinsam entschieden wir nach Alicante zu fahren. Als würde er die Karte kennen, tippte Jason auf Google Maps herum und erklärte mir mit ernsthafter Miene wo wir am Besten hingehen sollten. Am Bahnhof angekommen halfen uns die Bahnbegleiter beim lösen des Billetts und beim Suchen des Gleises. Auf Jason Rucksack schrieben malten und schrieben wir fleissig Wörter und Rechnungen. Die Wartezeit war super ausgefüllt. Es machte uns beiden Spass so zu lernen.

Lernen am Bahnhof

Laut der Anzeige hätte der Zug längst kommen sollen. Ich fragte nach und mir wurde gesagt das heute ein denkbar schlechter Tag zum Reisen im Zug sei, da die Zugführer streikten. Etwas hilflos stand ich da und wusste nicht mehr weiter. Nach einigen Minuten kamen vier Securitas Männer. Sie fragten nach was wir mit dem schweren Gepäck vorhätten. Von diesem Zeitpunkt an war mindestens einer der Männer immer neben uns. Noch einige Zeit verbrachten wir am Bahnhof, wurden immer Unterhalten von den freundlichen Helfern und hatten viel Freude. Der Rucksack wurde mir sogar in den Zug getragen und weiter ging die Reise Richtung Valencia.

Ich dachte Zürich hätte einen großen Bahnhof. Zürich wird mir ab jetzt wohl klein vorkommen. In Valencia wimmelte es von Menschen. Eine Gleisanzeige erschien auf der Anzeigetafel. Wie auf Kommando standen alle auf und strömten durch eine Schranke. Interessiert beobachtete ich das geschehen. In den drei Stunden Wartezeit besichtigten wir den Bullring of Valencia und kühlten unsere Füsse in einem Brunnen. Zurück am Bahnhof wartete ich genau wie all die anderen Menschen auf die Gleisanzeige. Als sie erschien war ich erst mal verwirrt. Unser Gepäck musste durch eine Sicherheitskontrolle wie beim Flughafen. Natürlich wurde mein Rucksack genauer angeschaut. Die kleine Gasflasche um zu kochen und ein Taschenmesser musste ich abgeben. Die anderen Messer wurden glücklicherweise nicht entdeckt. Da ich die Schweizer Pünktlichkeit im Kopf hatte rannten wir zum Gleis um die verlorenen Zeit aufzuholen. Ich hätte es mir sparen können. Natürlich kam der Zug zu spät. Nach dem Motto besser zu spät als verpasst zwängten wir uns in den Zug und erwischten einen Platz mit zwei anderen Kindern. Die kleinen wurden sofort Freunde, tauschten Spielsachen und genossen die Zugfahrt.

Zugfahrt nach Valencia

In Englisch sprach ich mit den Mamas über unsere Reise. Sie waren begeistert so dass wir uns mit Tränen in den Augen verabschiedeten. Durch all die Verspätung des Zuges war es schon 22.00 Uhr als ein freundlicher Gastgeber die Türe zu unserem Zimmer öffnete. Jason wollte noch nicht schlafen und war komplett aufgedreht. Als er jedoch im Bett lag, schloss er seine Augen und reiste ins Traumland. Was uns wohl hier neues erwarten wird.

Müde angekommen in Alicante

Veröffentlicht von hannahsadventuretrips

Reisebegeisterte 25 Jährige und Mama eines wundervollen Jungen. Wir sind so oft es geht draussen, erleben Abendteuer wie Wildcampen oder Klettern.

Ein Kommentar zu “Schlafen am Strand

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