Seit Tagen komme ich aus dem staunen nicht mehr raus. So viele neue Eindrücke, Erlebnisse, Gerüche. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Im Moment sitze naja eher liege ich in einer Jurte in Marokko. Unsere Gastgeberin eine deutsche Auswanderin hat sich hier draussen auf dem Land einen beeindruckenden Campingplatz aufgebaut. Endlich nehme ich mir die Zeit um aufzuschreiben was wir alles erlebt haben. Mit Jason lerne ich gerade die Uhr zu lesen. Eine mühsame Angelegenheit. Mühsam war auch der Weg nach Ibi.

Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren kaum in das kleinen Dorf in dem mein Onkel ein Haus hat. Im Internet war keine Verbindung zu finden. Meine Cousine erzählte mir später dass selbst Sie hier Probleme hätte die Verbindungen heraus zu finden. Lange überlegte ich mir ob Trampen eine gute Idee sei. Abgeraten haben mir viele davon. Hätte ich jedoch auf andere gehört, wäre die Reise alleine mit Kind gar nicht in Frage gekommen. Da Jason die Idee lustig fand, standen wir kurze Zeit später mit ausgestrecktem Arm und Daumen an der Strasse. Nach wenigen Minuten hielten zwei junge Menschen an, die in unsere Richtung fuhren. Ich hätte es mir schwerer vorgestellt, wobei der Anblick von uns zwei bepackten sicherlich einige lustige Fragen aufwarf. Glücklicherweise konnten die beiden Englisch. Wir erzählten von unserer Reise und Sie von Ihren Familien. Direkt zur Bushaltestelle wurden wir gefahren. Von hier aus hatten wir einen Car nach Ibi. Meine Tante erwartete uns und zeigte mir unsere Bleibe für die nächsten Tage. In einem wunderschönen Haus mit grosser Küche und gefülltem Kühlschrank durften wir leben.



Nebenan pickten Hühner und Truthähne mit Ihrer Jungmannschaft im Sand. Der Strand war eine halbe Autostunde entfernt. Gemeinsam verbrachten wir den Tag dort. Seine erste eigene Sandburg wollte mein Junge hier bauen. Mit Bechern rannten wir hin und her um genügend Wasser zur Burg zu bringen. Zum Mittagessen zauberte meine Tante uns selbstgemachte Brötchen, Oliven, Nüsse und andere Spezialitäten aus Ihrer Strandtasche. Erst als es ein dunkelte packten wir und fuhren zurück.
Nach diesem gemütlichen Tag war Action angesagt. Um das Anwesen hatte es überall Hügel und Berge. Der Nase nach ging es los. Eine hinreißende Schlucht schlängelte sich durch die Hügel. Neben dem Weg plätscherte ein kleiner Bach. Vereinzelt gingen andere Wanderer den selben Weg. Im Bach entdeckten wir rosa Algen. Jason kletterte überall hinauf und hinunter. Abends wurde Kuchen gebacken und wieder verging ein wunderbarer Tag an den ich dankbar zurückdenke.

Neben all den schönen Dingen, musste Jason immer wieder lesen, schreiben und rechnen lernen. Da er darin schon einige Erfahrungen sammeln durfte, wollte er einen Brief schreiben. Meine Tante wurde zu seiner neuen Besten Freundin weswegen der Brief an Sie ging. (Sorry Mami, Sally, Lisi, Juschi ;D) Richtig stolz war der kleine Mann und… vergass Ihn die nächsten Tage abzugeben. Hauptsache geschrieben. So ging es mir auch schon zu oft.
Eine super Idee hatten meine Cousine Zahai und Ich. Ein neues Tattoo war schon länger in Planung. Sie kannte einen Tätowierer. So zogen wir los und fragten wann er Zeit habe. Schon am nächsten Abend ging es los. Der Tätoowierer zeichnete das Tattoo innert kürze genau nach meinen Wünschen. Zu einem unschlagbaren Preis. Jedes neue Tattoo bedeutet mir unglaublich viel und macht mich glücklich. Aufgekratzt spazierten wir zum nächsten Restaurant. Angestoßen wurde mit Liter Massen wie es sich gehört zum Oktoberfest Beginn. Der Abend wurde noch richtig lustig mit vielen lieben Menschen. Bis spät in die Nacht wurde gegessen, getrunken und gelacht. Auch die nächsten Tage durften wir Freunde und Verwandte treffen. Unsere Reise ging weiter nach Torrevieja. In diesem Ort gibt es einen rosa See. Natürlich musste ich mir diesen ansehen. Herzlichst verabschiedet wurden wir von unserer Familie.
Schon am Ersten Tag wurde die Gegend erkundet. Riesige weisse Hügel standen vor uns. Es waren Salzhügel. Aus dem See wird das Salz gewonnen und verarbeitet. Ein freundlicher Mann den wir nach dem Weg fragten, erzählte das «Laguna Rosa» der einzige rosa See in Europa ist. Auf der ganzen Welt gibt es nur sehr wenige Seen in dieser Farbe. Mit einem Loch im Zaun begann unser dies tägiges Abenteuer. Um schnellstmöglich zum See zu gelangen, dachte ich es wäre iene gute Idee eine Abkürzung zu nehmen. War es nicht. Der Weg verlief sich und bald kämpften wir uns durch dicke Gestrüpp und lehmige Erde. Überall lag Abfall und ein beissender Geruch in der Luft. Zu allem Unglück fing es an zu Regnen. Natürlich hatte ich keine Regenjacke eingepackt. Ein Glück ist Jason ein kleiner Kämpfer und sagte immer wider «Wir schaffen das Mami». Ich hätte vermutlich längst aufgegeben. Der See war schon in Sicht als der Boden noch einmal übersät war mit nassem Holz und Ziegelsteinen. Der Regen hörte auf als wir den See endlich berühren durften. Er war tatsächlich pink. Das nächste mal wird sicherlich der normale Weg genommen. Trotz allem mussten wir viel lachen und haben mehr gesehen als andere Menschen die den See besuchten.
Der nächste Tag brachte neue Überraschungen. Auf dem Weg zum Supermarkt fing es an zu schütten wie aus Eimern. Selten sah ich in so kurzer Zeit so viel Wasser vom Himmel kommen. Menschen suchten Schutz in Häuser Eingängen und allen Unterschlüpfen. Jason und ich rannten von einem Dach zum nächsten. Die Autos schwammen mehr als das sie fuhren. Da es trotzdem warm war hatten wir bald die grösste Freude. Unsere Schuhe sowieso schon klitschnass sprangen wir durch die Pfützen. Durchnässt wieder zu Hause wurde heisse Schokolade getrunken und gekuschelt.
Die nächsten Tage waren wieder Sonnig und warm. Faszinierend war der Garden of Nations. Hier liefen Hühner, Enten und sogar Pfaue überall im Park frei herum. Ein überdimensionaler Dinosaurier stand in der Mitte des Spielplatzes. Einige Stunden verbrachten wir hier um mit anderen Kindern zu spielen. Nach ein paar Tagen verlagerten wir uns ans andere Ende der Stadt. Direkt am Meer hatte es lange Felswände. Auf und ab kletterten wir stundenlang der Küste entlang. Die Ruhe hier genoss ich insbesondere. Die Abende wurden zunehmend kälter. Deswegen beschlossen wir weiterzuziehen in ein neues Land. Bis wir dort ankommen gibt es noch einiges vorzubereiten. Aufgekratzt mit neuen Plänen verbrachten wir unsere letzte Nacht in Spanien. Es war angenehm, sonnig, heiter und idyllisch hier.


















